Samstag, 3. August 2019
Transhimalaya 2019: Von Srinagar nach Kathmandu mit dem Fahrrad
Es ist mal wieder soweit. Nach 2011, 2013 und 2015 werde ich am 13.08.2019 zu meiner nächsten längeren Radtour starten. Auf grund der besonderen politischen Situation und der zu erwartenden Unruhen in Srinagar (Kaschmir) wurde der Startpunkt unserer Radtour nach Leh (Ladakh) verlegt. Von dort aus werden wir über Manali, Shimla, Rishikesh und Pokhara nach Kathmandu radeln. 23 Radler werden sich auf den Weg machen. Für den 07.10.2019 ist die Ankunft in Kathmandu geplant. Die Gesamtradelstrecke beträgt 3300 km. Wieviele Höhenmeter mich erwarten? Darüber habe ich überhaupt keine Vorstellung. Ich lasse mich überraschen.

Mein Rad ist gerichtet und die Reisetasche ist gepackt. Es kann losgehen.

Hier seht ihr den Verfasser bei seiner Vorbereitungsradtour in den Niederlanden



13.08.+ 14.08.2019:

Am Nachmittag hat Geli mich nach Frankfurt gefahren. Von der Ankunft am Flughafen bis wir mit dem Einchecken fertig waren vergingen fast zwei Stunden. Nach dem Ausladen parkte Geli das Auto. Als ich mein Fahrrad am Air India Schalter aufgeben wollte hieß es: So verpackt kann das Rad nicht mitgenommen werden. Auf dem Fahrradverpackungskarton waren E-Bike und Elektrik aufgedruckt. Alles was mit Elektrik zu tun hatte mußte abgeklebt werden. Denn wo Elektrik drauf steht, da könnte ein Akku drin sein und das ist verboten. Zum Glück war das Bodenpersonal sehr hilfsbereit und hatte gleich Abklebeband und Schere parat. Dann wurde das Rad gewogen und ging mit 23,5 Kilogramm Gewicht (23 sind offiziell erlaubt) gerade noch durch. Sonst hätte ich umpacken müssen. Es hieß auch, der Verpackungskarton sei zu groß, aber ich hatte die entsprechenden Maße von Air India bestätigt. Somit war die Frage vom Tisch. Mein Gepäck konnte leider nicht nach Leh durchgecheckt werden, da ich durch die Umbuchung (Zielflughafen vorher: Srinagar, nun Leh) letzte Woche nun zwei getrennte Tickets habe. Ich muß also in Delhi mein Gepäck abholen und einen Tag später wieder einchecken.

Geli und ich sind noch etwas zusammengesessen und haben einen Cappuccino getrunken. Danach habe ich sie zum Auto gebracht, bin durch die Sicherheitskontrolle gegangen und nach ein paar Miuten fing auch schon das Boarding an. Es war sehr vorteilhaft, daß ich so früh am Flughafen gewesen bin. Der Flug war sehr angenehm. Ich hatte die mittlere Dreierreihe ganz für mich allein. So konnte ich etwas schlafen. Da die Sitze sehr wenig gepolstert waren, verbachte ich einen großen Teil des Fluges im Sitzen, da mir im Liegen nach einiger Zeit die Knochen weh taten. Die drei Bildschirme in den Vordersitzlehnen meiner Reihe waren an, aber sie funktionierten nicht. Nach einem Neustart des Programms wurde es auch nicht besser. Auf Nachfrage sagte mir die Stewardess, daß einige Bildschirme nicht funktionieren würden. Das Problem ist also offensichtlich bekannt, aber es wird nichts dagegen unternommen. Incredible India. Da ich ein interessantes Buch dabei habe war ich zum Glück auf die Bildschirme nicht angewiesen.

In Delhi angeommen ging es wirklich zügig durch die Einreisekontrolle. Mein E-Visum war in kurzer Zeit bearbeitet was mich sehr positiv stimmte. Mein Seesack kam unversehrt an. Einzig auf meinen großen Fahrradkarton mußte ich etwas warten, was aber bei meiner frühen Ankunftszeit (8 Uhr) keine Rolle spielte. Am ATM hob ich Geld ab und begab mich auf den Weg nach draußen. Dort wollte ich mein Fahrrad in der Gepäckaufbewahrung abgeben. Unterwegs sprach mich ein Taxivermittler an, was zu dem Ergebnis führte daß mein Fahrradkarton samt Inhalt auf ein Autodach gebunden wurde und mich das Taxi in ein 10 Kilometer entferntes Hotel zum Übernachten brachte. Hier wird mich das Auto hoffentlich heute Nacht um 3.00 Uhr abholen und zum Flughafen bringen für meinen Flug nach Leh (3.500 Meter hoch gelegen). Dort werde ich eine Woche Akklimatisierungszeit haben bevor ich auf meinen geliebten Drahtesel steigen werde.





15.08.2019:
Um 2.40 Uhr klingelte das Telefon. Das Taxi war da. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Was hätte ich gemacht wenn das Taxi nicht gekommen wäre? Wie schnell hätte ich ein Ersatztaxi bekommen um diese Uhrzeit? Als wir am Flughafen ankamen fiel mir ein weiterer Stein vom Herzen. Was hätte ich gemacht wenn es unterwegs angefangen hätte zu regnen. Der Fahrradpappkarton auf dem Autodach wäre durchgeweicht gewesen und wie hätte ich dann mein Fahrrad im Flugzeug transportiert bekommen? Fragen über Fragen die zum Glück keiner Antwort bedurften. Am Flughafeneingang durfte ich den Behinderteneingang benutzen, da waren die Türen breiter und ich konnte ohne Probleme den Trolley mit meinem 195cm breiten Paket durchschieben. Ich ging geradewegs zum Air India Schalter und versuchte einzuchecken. Es hieß, das Paket sei zu groß. Auf Inlandsflügen würden kleinere Maschinen eingesetzt, da würde ein so großes Paket nicht hinein passen. Ich erwiderte: In Frankfurt hat Air India gesagt die Größe wäre okay und zeigte ein Dokument vor, auf dem die Maße angegeben waren. Es wurde der oberste Boß gerufen, 4 Leute diskutierten und telefonierten dann kam er zu mir und sagte, daß es ein Mißverständnis zwischen Air India Frankfurt und Delhi gegeben habe. Das Fahrrad wird mitgenommen. Er war sehr freundlich und formell. Als er sich verabschiedete sagte er: May I take my leave. Das habe ich erst gar nicht verstanden und fragte nach. Er wiederholte seinen Satz und ich sagte: Thank You very much. Er benutzte ein sehr formales höfliches Englisch das in unseren Breiten nicht mehr benutzt wird.
Ich gab 200 Rupien (2,60 €) Trinkgeld für den Helfer, einen kleineren Schein hatte ich nicht. Der war mehr als erfreut, denn auf dem Rücken seiner Weste stand: 10 Rupees tip please.
Nun ging es weiter zum Durchleuchten des Fahrradkartons. Der passte natürlich nicht auf das Förderband. So mußte der Verpackungsdeckel geöffnet werden. Ich hob das Fahrrad heraus. Es wurde auf den Rahmen geklopft und jedes Detail genauestens inspiziert. Dann konnte ich das Fahrrad wieder in den Karton hineinstellen und den Deckel zukleben. Der Helfer hatte inzwischen Klebeband organisiert und half beim Zukleben eifrig mit. Das unfreiwillig große Trinkgeld hatte sich ausgezahlt. Mein Fahrrad war auf einem guten Weg. Jetzt mußte es nur noch unversehrt in Leh ankommen. Ich ging durch die Einlaßkontrolle und frühstückte. Als ich zum Fenster hinaus schaute schüttete es gerade wie aus Kübeln. Wenn das während der Taxifahrt gewesen wäre.
Der Flug nach Leh war kurz. Nur etwas über eine Stunde. Als ich aus dem Flieger ausstieg sah ich meinen Fahrradkarton auf einem Transportwagen. Alles gut gegangen dachte ich. Mein Gepäck kam auch an. Ich wurde am Flughafenausgang von einem Mann mit einem Schild mit meinem Namen darauf empfangen und zum Hotel gebracht. Jetzt wußte ich, daß der aufregendste Teil meiner Reise überstanden war. Es kommt immer wieder vor, daß ein Fahrrad verspätet oder beschädigt ankommt und so will man unter keinen Umständen seine Reise beginnen.
Ich checkte im Hotel ein, ging zum Frühstückstisch wo 10 Personen saßen von denen ich einige von früheren Touren kannte. Es war ein freundschaftliches Wiedersehen und es gab viel zu erzählen. Ich fühlte mich sofort wieder zuhause.
Am Mittag legte ich mich etwas hin und ging um 16.30 Uhr mit Fred (mit ihm hatte ich auf der Südamerika Tour ein Zimmer geteilt) ins Stadtzentrum. Er zeigte mir den Geldautomaten an dem ich sofort die größtmögliche Summe, 10.000 Rupien (ca. 125,-- €) abhob. Nach einem Rundgang durch das Stadtzentrum aßen wir zu Nacht. Auf dem Nachhauseweg kamen wir an einer German Bakery vorbei wo ich mir noch ein Süßstückchen mit nach Hause nahm. Ich hatte einen guten und tiefen Schlaf. Die Anspannung der Anreise war von mir abgefallen.

16.08.2019:
Als ich beim Frühstück saß traf Erwin vom Flughafen ein. Ihn kenne ich von meiner Südamerika Tour 2015. Für mich ist es sehr angenehm wenn ich mich ab und an in meiner Muttersprache unterhalten kann. Ansonsten läuft sämtliche Kommunikation in Englisch ab. Erwin kam nur mit seinem Fahrrad an, das Gepäck ist noch in Delhi und soll morgen nachgeliefert werden. Angeblich kam aus seiner Reisetasche ein seltsames Geräusch dessen Ursache man auf den Grund gehen müsse. Nach dem Frühstück habe ich mein Fahrrad zusammengebaut. Was sehr schnell erledigt war. Ich mußte es nur aus dem Karton heben, den Lenker richten und den Sattel in die richtige Position bringen. Aufgepumpt wird es morgen.
Als nächstes sind Erwin und ich in das Stadtzentrum gelaufen zum Geldautomaten. Solange es geht werde ich jeden Tag die Obergrenze von 10.000 Rupien (ca. 125,-- €) abheben. Wir haben gehört, daß es unterwegs, in kleineren Ortschaften, schwierig sein könnte an Bargeld heranzukommen. Die Dinge des täglichen Bedarfs werden alle bar bezahlt. Als Nächstes hat sich jeder 4 Paßbilder (umgerechnet 50 Cent) machen lassen. Die sind nötig für diverse Permits die wir für unterwegs brauchen werden. Nach einem kleinen Stadtrundgang haben wir uns ein gutes Mittagessen gegönnt. Dort trafen wir Simon. Er ist das erste Mal mit TDA unterwegs. Als ich ihn nach dem Grund für diese Reise nannte sagte er, daß er seit 29 Jahren verheiratet sei. Kürzlich hätte er sich mit seiner Frau unterhalten über die Pläne die sie als junges Paar hatten und was sie davon verwirklicht hätten. Es kam heraus, daß noch einige Dinge zu erledigen sind. Deshalb ist er hier.
Nach dem Mittagessen sind Erwin und ich zu dem Palast und zu dem Kloster spaziert das hoch über der Stadt thront. Wir haben öfters anhalten müssen um wieder Luft zu bekommen, aber es war ein gutes Training für uns. Leh liegt 3.500 Meter über dem Meeresspiegel. Auf dem Rückweg sind wir an einer German Bakery vorbeigekommen und haben uns noch einige Süßigkeiten mit nach hause genommen. Ein schöner Tag ging entspannt zu Ende.

Bilder werde ich erst wieder veröffentlichen wenn das Internet besser wird.

17.08.2019:
Als ich heute morgen zum Frühstück ging regnete es. Im Hof standen einige Begleitfahrzeuge und die Crew war gerade dabei zwei Zelte aufzubauen. Unter einem Zeltdach konnte man sein Fahrrad zusammenbauen, unter dem anderen wurde der Montageständer plaziert. Wer sein Fahrrad nicht selbst zusammenbauen möchte, der kann das von unserem Mechaniker erledigen lassen. Er kommt aus Indien, heißt Baba und wird uns die ganze Tour über begleiten und Hilfestellung geben wenn erwünscht.
Heute ist offizieller Anreisetag für die Tour. So trafen im Laufe des Tages die letzten Radler ein und alle Räder wurden zusammengebaut. Die Leute bekamen auch mitgeteilt mit wem sie in Zukunft ihr Zimmer teilen müssen.
Für die ersten zwei Nächte in Leh hatte ich mir ein Einzelzimmer genommen. Ich dachte mir, daß ich mich so in Ruhe akklimatisieren kann. Ab heute bis zum 7. Oktober wird Marco mein Zimmergenosse sein. Er stammt aus Italien, spricht gutes Englisch und ist sehr nett. Er hat schon fast die ganze Welt mit dem Fahrrad bereist. Mal reist er allein, mal schliesst er sich einer Gruppe an. Nur ein Beispiel was er mit dem Fahrrad schon alles gemacht hat: 2004 ist er von Rom (dort wohnt er) über Österreich, Polen und Weißrussland nach Moskau geradelt. Alleine und ohne Russischkenntnisse. Es war nicht immer einfach in Weißrussland und Russland, aber er hat es gepackt. Ich denke, daß mich seine Erzählungen auf gute Gedanken bringen werden für weitere Radtouren.
Am Nachmittag hörte der Regen auf und ich bin in die Stadt spaziert um eine Kleinigkeit zu Essen und Geld zu ziehen. Im Restaurant saßen natürlich einige aus unserer Reisegruppe. Man trifft fast immer jemanden egal wo man hingeht. Wenn man möchte, dann ist man nie alleine. Man findet immer jemanden der gerade Hunger hat, spazieren gehen möchte oder Lust auf etwas Anderes hat. Nach dem Essen habe ich meine 10.000 Rupien aus dem Automaten gezogen und bin in leichtem Nieselregen nach Hause spaziert.
Abendessen gab es im Hotel und danach ging ich zum Lesen und Schlafen aufs Zimmer.

18.08.2019:
Nach dem Frühstück hatten wir das erste Fahrertreffen. Der Gründer von TDA Henry Gold hieß uns willkommen. Unsere Tour ist die erste Tour dieser Art in Ladakh und benötigte zwei Jahre Vorbereitungszeit. Es mußten jede Menge Genehmigungen eingeholt werden und dafür sind gute Verbindungen zu den Militärs notwendig. Hier dürfen wir das mitgebrachte Satellitentelefon nicht benutzen trotz vieler Versuche bei entsprechenden Stellen wurde es nicht erlaubt. In Ladakh funktioniert nur eine spezielle SIM Karte und die auch nur in der Nähe von Ortschaften. Für das übrige Indien benötigt man eine andere SIM Karte. Das heißt für uns Fahrer wenn wir auf unseren Rädern unterwegs sein werden, dann haben wir oft keine Möglichkeit zu telefonieren, sollte aber mal ein Notfall eintreten und eine Ortschaft ist in der Nähe, dann kann man immer einen Einheimischen fragen. Sie wären sehr hilfsbereit und würden mit ihrem Handy die entsprechende Notfallnummer anrufen. Hoffentlich werde ich diese Hilfe nicht brauchen.
Nach Henry ergriff Emily die Tourchefin das Wort. Sie erklärte den organisatorischen Tagesablauf vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Danach gab es noch Verhaltensmaßregeln wie man sich innerhalb der Gruppe und gegenüber den Einheimischen verhalten sollte. Sie fragte in die Runde wer von den 22 Radlern denn das erste Mal dabei sei. Es gingen nur vier Finger nach oben. Viele waren schon mehrmals mit TDA auf Tour. Für mich ist es das vierte Mal. Wenn man einmal etwas so Einzigartiges mitgemacht hat, dann verlangt das offensichtlich nach Wiederholung.
Als nächstes kam Helen an die Reihe. Sie wird als Ärztin unsere Reise begleiten. Schottland ist ihre Heimat. Sie hat auf den Orkney- und Shetland Inseln in verschiedenen Krankenhäusern in der Notfallambulanz gearbeitet. Auf einigen TDA Touren war sie als Begleitperson mit von der Partie.
Sie macht einen sehr erfahrenen und kompetenten Eindruck. Hoffentlich muß ich ihre Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Sie hielt uns einen ausführlichen Vortrag über die drei Arten von Höhenkrankheit die es gibt und wie man sie erkennt und behandelt.
Im Anschluß wurden Depi unser indischer Reiseleiter, Baba unser Fahrradmechaniker und 3 weitere Mitarbeiter vorgestellt.
Nachdem die Vorstellungsrunde vorüber war wurden die Startnummern verteilt, d.h. an jedem Fahrrad wurde ein Schild mit einer Nummer und dem Namen: Transhimalaya darauf angebracht. Das ist notwendig damit man die einzelnen Radfahrer vom Auto aus schneller identifizieren kann. Es wird genauestens Buch geführt wer auf die Strecke geht und wo er sich befindet. Außerdem ist die Starterplakette ein schönes Souvenir.
Danach sind Marco und ich in die Stadt zum Mittagessen gegangen. Dort hat uns ein Mitradler erzählt, daß er gelesen hätte, daß die Internet und Telefonverbindung nach Srinagar (Kaschmir) wieder hergestellt sei. Man ist also auf dem Weg zur Normalität. Wäre die Tour einige Tage später losgegangen, dann hätten wir von dort aus, wie ursprünglich geplant, starten können.
Auf dem Rückweg gab es noch eine Tasse Kaffee und ein Süßstückchen.
Morgen werde ich das erste Mal auf mein Fahrrad steigen. Wir werden 50 Km radeln, in einem Cafe eine Kleinigkeit essen und wieder nach Leh zurückkehren. Vor der ersten Ausfahrt bin ich immer etwas angespannt, ob denn alles so funktioniert wie ich es mir vorstelle. Hoffentlich wird das Wetter mitspielen und wir können im Trockenen radeln.
Jetzt hoffe ich auf einen guten Schlaf, damit ich morgen früh ausgeruht an den Start gehen kann.

19.08.2019:
Als ich heute morgen aus dem Fenster schaute entdeckte ich um uns herum die ersten leicht beschneiten Gipfel. Heute stand ein 57 km langer Rundkurs zum Einradeln auf dem Programm. Habe ich alles richtig gepackt? Wird die Schaltung einwandfrei funktionieren? Werde ich mich wohl fühlen auf dem Fahrrad und in der neuen Umgebung? Diese Fragen stelle ich mir jedes Mal bevor ich das erste Mal aufs Rad steige. Ich vergleiche es mit Lampenfieber. Manche haben bei jedem Auftritt Lampenfieber manche nicht. Ich jedenfalls bin immer etwas nervös. Einige Mitradler auch wie ich mitbekommen habe. Nach den ersten paar Metern war die Nervosität verflogen. Es ging mit 35 km/h ca. 7 km bergab. Zum einrollen – perfekt. Man fühlt sich gut ohne etwas dazu tun zu müssen. Wir verließen die Hauptstraße und radelten auf einer kleine Seitenstraße mit wenig Verkehr weiter. Nach ein paar Kilometern überquerten wir den Hindus. Hier ist er noch sehr klein, aber schon ziemlich reißend. Man kann schon erahnen wie groß er später einmal sein wird. Wir radelten immer wieder an großen Gebetsmühlen vorbei und hatten einen schönen Einblick in die Grundstücke und auf die Häuser. Ich machte viel Fotostopps. Mit viel Rückenwind ging es zur Mittagspause wo ich einen perfekten Cappuccino und einen Brownie bekam. Danach besichtigten wir das Thiksay Kloster. Es ist wie mit den Kirchen bei uns. Die ersten Klöster sind interessant und versprechen etwas Neues. Nach dem man einige Klöster besichtigt hat, hat man das Gefühl es gibt nicht mehr viel unbekanntes zu entdecken. Das schöne an den Klöstern hier ist, sie liegen meistens auf Hügeln und man hat von dort aus einen schönen Blick auf die Umgebung. Dieses Kloster hat mir gut gefallen, jetzt bin ich auf die nächsten Klöster gespannt. Auf dem Nachhauseweg hatten wir Gegenwind, Steigung und etwas Regen. Auf unserer kleinen Rundtour konnten wir fast alles erfühlen was Ladakh wettermäßig zu bieten hat. Nur der Schneefall fehlte noch.
Die Einheimischen sind nett und freundlich. Wenn wir vorbei radeln schauen sie meistens etwas erstaunt und überrascht. Solche Radfahrer wie wir sieht man hier nicht so oft.
Ich fühle mich hier sehr wohl.
Für mich ist es immer wieder erstaunlich wie TDA die interessanten Restaurants und die schönen Nebenstrecken ausfindig macht.
Ein Nachzügler ist heute noch angereist. Er hatte Probleme in Delhi. Jetzt sind wir also 23 Radler die die Tour machen werden.

Morgen werden wir mit dem Bus nach Mulbeck gebracht. Dort haben wir einen Pausentag. Darauf folgen 3 Radeltage und danach werden wir 2 Pausentage in Leh haben. Vermutlich werde ich erst wieder in Leh Verbindung ins Internet bekommen. Also wundert euch nicht wenn ihr eine zeitlang nichts von mir hören werdet.

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Höhenmeter
Hallo Mike,

viel Spaß und danke für den Blog!

Höhenmeter? Vermutlich einige wenige mehr als in Holland in den "Deunen" ;-)

Martin & Ratri

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Alles Gute für Dich
Hallo Mike,

gib Gas.

Wie immer..., lieber tot als Zweiter :), sagte schon unser Skilehrer Schorschl.

Liebe Grüße, unfallfreies Fahren und gesunde Heimkehr...

Stefan

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Lass Rollen
Ey, Alder!
Hättest mich ruhig in einer Rikscha mitnehmen können.
Keep care.

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Hallo Mike
und wieder startest Du in einen Fahradabenteuerurlaub, Deinen Blog werde ich gerne verfolgen, bis zum wiedersehen in Katmandu mit`n leeve Jroß us Kölle Uwe

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